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Digitalisierungsförderung für Handwerksbetriebe 2026: Diese Zuschüsse gibt es

4.3.2026 15 Min Lesezeit

# Digitalisierungsförderung für Handwerksbetriebe 2026: Diese Zuschüsse gibt es

Mal ehrlich: In vielen Handwerksbetrieben läuft die Digitalisierung noch schleppend. Nicht, weil der Wille fehlt – sondern weil im Tagesgeschäft zwischen Baustelle, Kundenterminen und Materialengpässen schlicht keine Zeit bleibt, sich um digitale Tools zu kümmern. Und wenn dann noch fünfstellige Investitionen im Raum stehen, wird das Thema schnell auf „irgendwann" verschoben.

Dabei gibt es 2026 so viele Fördermöglichkeiten für die Digitalisierung im Handwerk wie selten zuvor. Vom Zuschuss für die neue Handwerkersoftware bis zur geförderten Beratung – wir zeigen Ihnen, welche Programme es gibt, was Sie bekommen können und wie Sie den Antrag richtig stellen.

Was bedeutet „Digitalisierung" im Handwerk konkret?

Bevor wir in die Programme einsteigen, eine kurze Einordnung. Digitalisierung im Handwerk heißt nicht, dass Sie eine KI-Fabrik bauen müssen. Es geht um ganz praktische Dinge:

  • Digitale Auftragsverwaltung statt Zettelwirtschaft
  • Mobile Zeiterfassung per App statt Stundenzettel
  • Online-Terminbuchung für Kunden
  • Digitale Bauakte und Dokumentation
  • ERP- und Branchensoftware (z. B. für SHK, Elektro, Maler)
  • CNC-Anbindung und digitale Maschinensteuering
  • Online-Marketing und Website-Optimierung
  • IT-Sicherheit: Firewall, Backup, Verschlüsselung
  • Cloud-Lösungen für standortübergreifendes Arbeiten

All das kann gefördert werden. Schauen wir uns die Programme an.

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1. Digitalbonus Bayern – Bis zu 30.000 Euro Zuschuss

Für Handwerksbetriebe in Bayern ist der Digitalbonus das attraktivste Programm (siehe auch unseren ausführlichen Artikel [Fördermittel Bayern 2026](/blog/foerdermittel-bayern-kmu-2026)). Er wurde im Juli 2024 neu aufgelegt und läuft bis 31. Dezember 2027.

Förderhöhe

VarianteZuschussFördersatz
**Digitalbonus Standard**bis zu 7.500 €bis zu 50 %
**Digitalbonus Plus**bis zu 30.000 €bis zu 50 %

Der Digitalbonus Plus ist für Maßnahmen mit besonderem Innovationsgehalt vorbehalten – also nicht für die Einführung einer Standard-Software, sondern für innovative Lösungen wie KI-gestützte Prozessoptimierung oder IoT-Anbindung von Maschinen.

Zwei Förderbereiche

Sie können je einen Antrag für Digitalisierung und einen für IT-Sicherheit stellen – insgesamt also bis zu zwei Anträge während der gesamten Laufzeit.

Voraussetzungen

  • Kleines Unternehmen mit Sitz in Bayern
  • Weniger als 50 Mitarbeiter
  • Maximal 10 Mio. Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme
  • Gewerbliche Wirtschaft (Handwerk zählt dazu!)
  • Gültiges ELSTER-Unternehmenskonto (seit Mai 2025 Pflicht)

Wichtig für Handwerker

Der Antrag muss vom Betrieb selbst gestellt werden. Sie können keinen Fördermittelberater beauftragen, den Antrag für Sie einzureichen. Aber: Sie können sich vorher beraten lassen und dann selbst abschicken.

Die Kontingente werden monatlich freigegeben – wer zu spät dran ist, muss auf den nächsten Monat warten.

Praxisbeispiel: SHK-Betrieb

*Ein SHK-Betrieb aus Augsburg mit 8 Mitarbeitern führt eine digitale Auftragsplanung mit mobiler App für die Monteure ein. Die Software-Lizenzen, Einrichtung und Schulung kosten insgesamt 12.000 Euro. Über den Digitalbonus Standard erhält der Betrieb 6.000 Euro Zuschuss. Zusätzlich beantragt er den Digitalbonus Standard für IT-Sicherheit (neue Firewall und Backup-Lösung für 5.000 Euro) und erhält weitere 2.500 Euro.*

Gesamtförderung: 8.500 Euro für beide Maßnahmen.

→ [digitalbonus.bayern](https://www.digitalbonus.bayern)

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2. Mittelstand-Digital – Kostenlose Unterstützung vom Bund

Das Bundesprogramm Mittelstand-Digital ist kein klassischer Zuschuss, sondern bietet kostenlose Beratung, Workshops und Umsetzungsbegleitung für KMU und Handwerksbetriebe. Es ist der Nachfolger des 2023 ausgelaufenen Programms „go-digital".

Was bietet Mittelstand-Digital?

  • Mittelstand-Digital Zentren in ganz Deutschland (über 25 Standorte)
  • Kostenlose Potenzialanalysen für Ihren Betrieb
  • Praxisworkshops zu Themen wie KI, Cloud, Cybersicherheit
  • Individuelle Digitalisierungsfahrpläne
  • Demonstrationsprojekte und Pilotanwendungen

Für Handwerker besonders relevant

Das Kompetenzzentrum Digitales Handwerk (KDH) ist Teil von Mittelstand-Digital und richtet sich explizit an Handwerksbetriebe. Es bietet:

  • Praxisnahe Digitalisierungsberatung speziell für Gewerke
  • Musterbeispiele aus dem Handwerk
  • Workshops an Handwerkskammern
  • Informationsveranstaltungen zu aktuellen Förderprogrammen

Praxisbeispiel: Malerbetrieb

*Ein Malerbetrieb aus Hannover nimmt an einem Workshop des Mittelstand-Digital Zentrums teil. In einer kostenlosen Potenzialanalyse wird identifiziert, dass die Angebotserstellung zu lange dauert. Das Zentrum begleitet den Betrieb bei der Einführung einer digitalen Kalkulationssoftware – kostenlos. Die Software selbst finanziert der Betrieb über einen regionalen Zuschuss.*

→ [mittelstand-digital.de](https://www.mittelstand-digital.de)

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3. BAFA-Förderung: Unternehmensberatung für KMU

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert professionelle Unternehmensberatung für kleine und mittlere Unternehmen – auch zum Thema Digitalisierung.

Förderhöhe

  • 50 % Zuschuss auf die Beratungskosten (in den neuen Bundesländern und bestimmten Strukturgebieten bis zu 80 %)
  • Maximaler Zuschuss: 2.800 Euro (bei Beratungskosten bis 5.600 Euro)
  • Für Jungunternehmen (unter 2 Jahre): bis zu 4.000 Euro

Was wird gefördert?

  • Strategische Beratung zur Digitalisierung
  • Analyse und Optimierung von Geschäftsprozessen
  • Beratung zu IT-Sicherheit und Datenschutz
  • Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle

Für wen geeignet?

  • KMU mit weniger als 250 Mitarbeitern
  • Maximal 50 Mio. Euro Jahresumsatz
  • Sitz in Deutschland

Praxisbeispiel: Elektroinstallateur

*Ein Elektroinstallationsbetrieb aus Sachsen mit 15 Mitarbeitern lässt sich von einem zertifizierten Berater ein Digitalisierungskonzept erstellen. Die Beratung kostet 4.500 Euro. Das BAFA übernimmt 80 % (Strukturgebiet) = 3.600 Euro. Der Betrieb zahlt nur 900 Euro selbst.*

→ [bafa.de](https://www.bafa.de/DE/Wirtschaft/Beratung_Finanzierung/Unternehmensberatung/unternehmensberatung_node.html)

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4. Regionale Digitalisierungsprogramme der Bundesländer

Neben dem Digitalbonus Bayern haben auch andere Bundesländer eigene Digitalisierungsprogramme. Hier eine Auswahl der wichtigsten:

Nordrhein-Westfalen: Mittelstand Innovativ & Digital (MID)

  • Zuschuss für Digitalisierungsprojekte
  • Bis zu 15.000 Euro (Modul 1: Analyse) bzw. 30.000 Euro (Modul 2: Umsetzung)
  • Fördersatz: bis zu 50 % (70 % für spezifische Zielgruppen)

Baden-Württemberg: Digitalisierungsprämie Plus

  • Tilgungszuschuss für Digitalisierungskredite
  • Kreditvolumen bis 200.000 Euro
  • Bis zu 10.000 Euro Tilgungszuschuss über die L-Bank

Niedersachsen: Digitalbonus.Niedersachsen

  • Zuschuss für KMU
  • Bis zu 10.000 Euro
  • Fördersatz: 50 %

Sachsen: Digitalisierungszuschuss

  • Für Handwerksbetriebe und Kleinunternehmen
  • Bis zu 50.000 Euro Zuschuss
  • Fördersatz: bis zu 50 %

Hessen: Digi-Zuschuss

  • Für KMU mit bis zu 50 Mitarbeitern
  • Bis zu 10.000 Euro
  • Fördersatz: 50 %

> Tipp: Die regionalen Programme ändern sich häufig. Manche sind zeitlich befristet oder haben begrenzte Kontingente. Prüfen Sie immer den aktuellen Stand – oder nutzen Sie unseren Förder-Check.

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5. KfW-Digitalisierungskredit (ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit)

Für größere Digitalisierungsvorhaben bietet die KfW zinsgünstige Kredite:

Konditionen

  • Kreditvolumen: 25.000 bis 25 Mio. Euro
  • Zinssatz: ab ca. 1 % (abhängig von Bonität und Laufzeit)
  • Laufzeit: bis zu 10 Jahre
  • Tilgungsfreie Anlaufzeit: bis zu 2 Jahre

Was wird finanziert?

  • Hard- und Software für die Digitalisierung
  • Schulungen und Qualifizierung der Mitarbeiter
  • Digitale Infrastruktur (Server, Netzwerke, Cloud-Migration)
  • Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle

Für wen geeignet?

  • Mittelständische Unternehmen mit bis zu 500 Mio. Euro Umsatz
  • Beantragung über die Hausbank

Praxisbeispiel: Zimmerei

*Eine Zimmerei aus dem Allgäu mit 25 Mitarbeitern investiert 150.000 Euro in eine CNC-Abbundanlage mit digitaler Anbindung an die CAD-Software. Über den KfW-Digitalisierungskredit finanziert sie 120.000 Euro zu einem Zinssatz von 1,5 %. Die monatliche Rate ist dadurch um rund 200 Euro niedriger als bei einem normalen Bankkredit.*

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6. Handwerkskammern: Kostenlose Erstberatung

Was viele nicht wissen: Die Handwerkskammern bieten kostenlose Beratung zum Thema Digitalisierung an. Jede Kammer hat Berater für Innovation und Technologie, die folgendes anbieten:

  • Erstberatung zur Digitalisierung (kostenlos)
  • Technologieberatung zu konkreten Lösungen
  • Vermittlung an Förderprogramme
  • Unterstützung bei der Antragstellung
  • Workshops und Informationsveranstaltungen

Nutzen Sie dieses Angebot als ersten Schritt. Die Berater kennen die regionale Förderlandschaft und können Ihnen sagen, welches Programm am besten zu Ihrem Vorhaben passt.

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So gehen Sie vor: Der 5-Schritte-Plan zur Digitalisierungsförderung

Schritt 1: Bedarf klären

Was genau wollen Sie digitalisieren? Auftragsplanung? Zeiterfassung? Website? CNC-Anbindung? Je konkreter Ihr Vorhaben, desto einfacher ist die Fördermittelsuche.

Schritt 2: Beratung nutzen

Lassen Sie sich kostenlos beraten – bei der Handwerkskammer, einem Mittelstand-Digital Zentrum oder über den BAFA-Beratungszuschuss. Eine gute Beratung spart Ihnen am Ende mehr als sie kostet.

Schritt 3: Passendes Programm finden

Prüfen Sie, welche Programme für Ihren Betrieb in Frage kommen. Oft können Sie Programme kombinieren: z. B. BAFA-Beratung für die Konzeptphase + Digitalbonus für die Umsetzung + KfW-Kredit für die Finanzierungslücke.

Schritt 4: Antrag VOR Projektbeginn stellen

Das ist der häufigste Fehler: Viele Handwerker bestellen erst die Software und denken dann an die Förderung. Bei fast allen Programmen gilt: Erst der Antrag, dann der Auftrag. Wenn Sie vor dem Förderbescheid Verträge unterschreiben, verfällt der Anspruch.

Beim Digitalbonus Bayern gibt es eine kleine Erleichterung: Nach Eingang der Eingangsbestätigung dürfen Sie auf eigenes Risiko beginnen. Aber Vorsicht: Das Risiko tragen Sie – wird der Antrag abgelehnt, gibt es kein Geld.

Schritt 5: Umsetzung und Abrechnung

Setzen Sie Ihr Projekt um und sammeln Sie alle Rechnungen und Belege. Nach Abschluss reichen Sie den Verwendungsnachweis ein und erhalten die Förderung ausgezahlt.

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Häufige Fragen zur Digitalisierungsförderung im Handwerk

Kann ich mehrere Förderprogramme kombinieren?

Ja, grundsätzlich schon – aber achten Sie auf die De-minimis-Grenze (maximal 300.000 Euro Beihilfen in drei Jahren) und darauf, dass nicht zwei Programme die gleichen Kosten fördern (Doppelförderung ist nicht erlaubt).

Wird auch gebrauchte Software gefördert?

In der Regel nein. Die meisten Programme fördern nur neue Software und Hardware.

Mein Betrieb hat 60 Mitarbeiter – bekomme ich trotzdem Förderung?

Den Digitalbonus Bayern nicht (der gilt nur für Betriebe unter 50 Mitarbeiter). Aber die BAFA-Beratung (bis 250 Mitarbeiter) und KfW-Kredite (bis 500 Mio. Umsatz) stehen Ihnen offen. Auch die regionalen Programme haben teils höhere Grenzen.

Brauche ich einen Berater für die Antragstellung?

Nicht zwingend. Beim Digitalbonus müssen Sie den Antrag sogar selbst stellen. Aber eine Beratung im Vorfeld hilft, Fehler zu vermeiden und das richtige Programm zu finden.

Was ist aus „go-digital" geworden?

Das Förderprogramm „go-digital" des BMWi ist Ende September 2023 ausgelaufen und wurde nicht direkt verlängert. Die Nachfolge übernehmen die Mittelstand-Digital Zentren, die kostenlose Beratung und Begleitung bieten – allerdings ohne direkten Zuschuss für Umsetzungskosten. Für die Finanzierung der Umsetzung nutzen Sie stattdessen Programme wie den Digitalbonus oder regionale Förderprogramme.

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Fazit: Die Förderung ist da – Sie müssen nur zugreifen

Die Digitalisierung im Handwerk wird so stark gefördert wie nie zuvor. Ob 7.500 Euro Digitalbonus für die neue Software oder 120.000 Euro KfW-Kredit für die CNC-Anlage – für fast jedes Vorhaben gibt es passende Unterstützung.

Der größte Fehler ist, gar nichts zu tun. Denn die digitalen Betriebe ziehen davon: Sie arbeiten effizienter, machen weniger Fehler und gewinnen leichter Fachkräfte. Und mit der richtigen Förderung ist die Investition überschaubar.

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